Multi-Funktionsmaschine EMV

1. Zweck

Die EMV 96-D ist ein gleisgebundenes, selbst-fahrendes Regelfahrzeug für die "kleine Unterhaltung" von Gleisen

Die Maschine ist ausgerüstet für den Transport von Personen, Kleingeräten und geringen Mengen Baumaterial.
Eine Anhängelast von bis zu 80 to kann im Baustellenbereich mitgeführt werden.
Ein Ladekram mit 3,7 to/m dient zum Be - und Entladen der Ladefläche und eingeschränkt eines nachlaufenden Flachwagens.

Die Maschine mechanisiert bisher manuelle Arbeiten im Gleisbereich.

Durch permanenten Einsatz des EMV 96-D werden punktuelle Schwachstellen aufgemessen, bear-beitet und somit DUA Intervalle verlängert.

Die EMV soll keine herkömmliche Stopf- oder Planiermaschine ersetzen, er soll kostengünstig (nicht mehr vorhandenes) Personal ersetzen, und einen Mindestunterhaltungszustand der Gleisanlage über einen gewissen Zeitraum gewährleisten.

Die EMV ist grundsätzlich mit einem Maschinisten besetzt.
Sollen Arbeiten ausgeführt werden, die den Einsatz der funkferngesteuerten Nivellieranlage bedingen, kommt ein Facharbeiter hinzu, der extra vergütet werden muß.
Ein Streckenkundiger zum Regeln der betrieblichen Belange, als Fahrzeugführer und Aufsicht muß beigestellt werden.

Die EMV mißt, stopft, profiliert,planiert und kehrt.

Die Maschine kann im Meßmodus einen Gleismeßschrieb erstellen, nach der Bearbeitung einen modifizierten Servogorschrieb ausgeben, und auf dem Arbeitsschreiber (Laumonier-schreiber) die Gleislage vor und nach der Bearbeitung dokumentieren.

2. Beschreibung

2.1. konstruktiver Aufbau

Die EMV 96 D ist ein 2 achsiges Regelfahrzeug mit der üblichen eisenbahntechnischen Ausstattung.

Eine große klimatisierte Kabine enthält alle zum Führen und Arbeiten notwendigen Einrichtungen.
Sie ist mit den erforderlichen Sitzplätzen (6 Stück) , Bedieneinrichtungen und Datenverarbeitungssystemen bestückt.
Zugbahnfunk und SIFA sind installiert.

Zwei schwere Weichenstopfaggregate bearbeiten beliebige Gleisbereiche im Zusammenhang mit einem starken Hebe - Richt Aggregat mit Schienenhaken.
Eine hydraulisch von der Maschine gesteuerte Winde kann in Weichenbereichen den abzweigenden Strang heben.

Flankenpflüge links und rechts profilieren und planieren im Zusammenhang mit einem üblichen Zentralpflug.
Eine Kehreinrichtung kehrt die Schwellen-bereiche ab.

Ein integriertes Meßsystem erfaßt und verarbeitet alle relevanten Parameter der Gleisgeometrie mit dem Ziel,

  1. eine Gleisistlage aufzunehmen und einen Gleismeßschrieb zu erstellen.
  2. auf dem Arbeitsschreiber bearbeitungsbedürftige Abschnitte darzustellen und den genauen Ortsbezug herzustellen.
  3. den Bediener über Digitaldisplays über aktuelle Istparameter zu informieren, die von ihm manuell verarbeitet werden.
  4. die Arbeitsqualität als Servogormeßschrieb zu dokumentieren und auf dem Arbeitsschreiber in direkter Gegenüberstellung aufzuzeichnen.

Ein hydraulischer Ladekran dient zum Be- und Entladen schwerer und sperriger Bauteile auf die Ladefläche

Beleuchtung, Warneinrichtungen, Pufferbrust, Zughaken, Fahrwerk und Abmessungen entsprechen den einschlägigen Vorschriften.

2.2. Antriebsart

2 Dieselmotoren ( 249 KW, 48 KW) erzeugen die notwendige Antriebsenergie für alle Zwecke.
Bei Überstellfahrt mit eigener Kraft geht die gesamte Leistung in den hydrostatischen Fahrantrieb.
Übliche Fahrleistungen im Geschwindigkeits-bereich bis 90 km/h sind möglich.
Während der Arbeit versorgen die Diesel die komplette Arbeitshydraulik mit Energie.
Die Dieselmotoren versorgen periphere Ein-richtungen wie Druckluftsystem und E - Anlage permanent über übliche Nebenaggregate.
2 Kraftstofftanks a 700 Liter Inhalt ermöglichen ausreichende Laufzeiten ohne nachzutanken.

2.3. Arbeitsablauf

Wird bei Meßzugfahrten Unterhaltungsbedarf festgestellt, kann der EMV-Einsatz projektiert werden.

oder

Beobachtungen und Feststellungen ergeben Unterhaltungsbedarf, die EMV kann einen üblichen Meßschrieb als Entscheidungsbasis für einen Einsatz erzeugen.

Vorgehen:

Ein punktueller Geometriefehler wird grob angefahren.
Von dort zeigt eine kurze Meßfahrt auf dem Arbeitsschreiber den genauen Ortsbezug des (der)Einzelfehler(s) und übermittelt dem Bediener einen Überblick über die Art des Fehlers.
Der Bediener legt aus Erfahrungswerten und Beobachtung der Strecke seine Bearbeitungs-strategie fest.
Der Bereich des Einzelfehlers wird anhand des Laumonierschreibers angefahren.
Der Fehler wird durch Stopfen und Richten beseitigt, wobei der Bediener die digital angezeigten Geometriewerte manuell verarbeitet.
Eine erneute Meßfahrt im bearbeiteten Bereich dokumentiert direkt auf den 2 cm versetzten Spuren des Laumonierschreibers über das Arbeitssystem die Arbeitsqualität.
Die Daten des Meßsystems werden elektronisch verarbeitet und gespeichert und über einen Drucker als Servogorausdruck schwarz - weiß ausgegeben.
Bei Bedarf wird der Arbeitsablauf wiederholt.

Eventuell erforderliche Profilierungs- und Kehrarbeiten können anschließend in einem seperaten Arbeitsgang abgearbeitet werden.

3. Technische Daten

3.1. Daten zur Vorbereitung und Durchführung von Transporten

Gewichte  (Eigen-/Höchstgewicht): 37,5/40(to)
Radsatzlast in Transportstellung: 19,5/18(to)
Streckenklasse : C2 und höher
Länge über Puffer : 15,50 m
Fahrzeugeigen-/höchstgewicht
durch Länge : 2,52/2,58(to/m)
Gesamtlänge (Transportstellung) : 15,50 m
Höhe über SOK Transportstellung : 4.100 mm
Breite ab Fahrzeugmitte
Transportstellung : 1562,5 mm
Anzahl Radsätze : 2
Radsatzabstand : 9,00 m
Zugkraft am Zughaken : 200 Mp
Bremsarten : G/P
Bremsgewichte (P und/oder G) : P = 35 to, G = 21 to
Handbremsgewicht
kleinster befahrbarer Radius : 150 m
Geschwindigkeiten:
(Eigenfahrt/Zugverband) : 90/90 km/h
Anhängelasten : 20*(80) to
Einstellbedingungen
Verbote beim Rangieren : nicht über Ablaufberg

3.2. Daten für Planen und Durchführen von Einsätzen

Radsatzlast in Arbeitsstellung  :19,5/18 (to)    
Gesamtlänge in Arbeitsstellung :15,50 m
Höhe über SOK in Arbeitsstellung:4100 mm
Breite ab Fahrzeugmitte in
Arbeitsstellung :1562,5 mm
lichte Weiten bei verschiedenen
horizontalen Arbeitsstellungen :max. 3590 mm
Anzahl der Radsätze in
Arbeitsstellung :3 Meßachsen
2 Triebachsen
zulässige Geschwindigkeit
bei Arb.fahrt :90 km/h

4. Planzeiten

(zu Bearbeiten von Fachautor)

5. Ausrüstungen (im Sinne von Spezialausrüstungen für Transport und Einsatz)

- keine -

6. Transport

6.1. Zugfahrt

Vor Abfahrt muß sichergestellt sein, daß alle Arbeitseinrichtungen und -aggregate in Transportstellung und Parkposition gebracht werden.
Bei Energieausfall können alle Aggregate über eine Notpumpe in Transportstellung gebracht werden.
Im Bedienpult müssen grüne LED ´s in einem Piktogramm der Maschine das Einrasten aller mechanischen Veriegelungssysteme anzeigen.
Ist dies nicht der Fall ist die Getriebefunktion "Überstellfahrt" blockiert, der Grund der Fehlermeldung muß geklärt und beseitigt werden.
Der Ladekran muß in Parkstellung stehen und ausgeschaltet sein.
Eventuell lose Teile auf der Ladefläche müssen sicher verzurrt sein.

6.2. Rangieren

Darf in Züge eingestellt werden.
Zugelassen für Streckenklasse C2 und höher
Abstoßen und Ablaufenlassen verboten
Achtung Federspeicherbremse

- zum Rangieren und Einstellen müssen die Federspeicher ausgehängt sein, da ansonsten Bremse blockiert.

Zulässige Anhängelast im Arbeitsbetrieb 80 to

7. Grundsätze für den Einsatz

Der EMV bearbeitet punktuelle Störstellen.
Die Maschine ersetzt die Arbeitsleistung und Arbeitsweise einer Rotte und wird entsprechend eingesetzt.
Durch die maschinelle Bearbeitung liegt das Qualitätsniveau über der manuellen Arbeit.
Die über das Meßsystem ermittelten und digital dargestellten Geometrieparameter werden vom Bediener manuell verarbeitet.
Beobachtung der Störstelle und erfahrungsgemäße Einschätzung der Entstehung begründen die Strategie des Bedieners.
Die Störstelle selbst ist der jeweilige Bauabschnitt.

8. Mindestabstände, Mindesthilfsschienen-abstände und Mindestgleisabstände

- keine besonderen Erfordernisse -

9. Bauseitige Regelungen

Auswertung bzw. Erstellen von Gleismeßschrieben als Vorlauf.
Bewerten und Beurteilen von Störstellen mit Streckenkenntnis.
Regeln der betrieblichen Belange (Einsatz-terminierung).
Bereitstellen und Verladen benötigter Materialien und Kleingeräte

Beistellen eines Streckenkundigen zum Regeln der betrieblichen Belange, als Fahrzeugführer und Aufsicht.

10 Maschinenspezifische Einsatzmerkmale

10.1. Arbeitsbereiche

s. Anlagen

10.2. Grenzwerte

minimaler Radius              : 150 
mmaximale Überhöhung : 160 mm
größte Längsneigung : 40 ·/oo
Schienentemperaturen (min/max):

10.3 Qualitätskontrolle

Die erreichte Qualität nach der Bearbeitung wird grundsätzlich über den Arbeitsschreiber dargestellt.
Die Parameter Längshöhe (links/rechts), Verwindung, Krümmung und Spurweite werden vor und nach der Arbeit ermittelt und direkt gegenübergestellt.
Ein Servogor- Ausdruck kann über einen Computerdrucker schwarz- weiß erstellt werden. Es werden keine Hebewerte und Beistellzeiten aufgezeichnet.
Beachtet werden muß bei der Auswertung, daß bei der vorliegenden Einzelfehlerbeseitigung situationsbezogen agiert werden muß, z.B. ist punktuelles Überheben und Überrichten im Einzelfall durchaus sinnvoll.
Ausgangspunkt ist die Beurteilung der Entstehung des Einzelfehlers und dessen möglichst nachhaltige Korrektur.

11. Einsatz auf Gleisen mit Oberleitung

Oberleitung kann grundsätzlich eingeschaltet sein.

12. Einsatz bei Dunkelheit

Der Einsatz bei Dunkelheit ist grundsätzlich möglich.
Die EMV ist dem üblichen DB- Spitzensignal ausgerüstet.
Die Arbeitsbereiche werden durch Arbeitsscheinwerfer ausgeleuchtet.
Eine zusätzliche Baustellenbeleuchtung ist nicht erforderlich.

13. Immissionen

Geräusche : Meßprotokoll TÜV Saarland

Luftverunreinigung : Protokoll Abgase

Dieselmotoren

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